Ixodes ricinus – der gemeine Holzbock, Hauptüberträger der Lyme-Borreliose (Bild: wikimedia.commons)
Lyme-Borreliose (syn.: Erythema-migrans-Krankheit, engl.: Lyme disease), 1976 erstmals im Ort Lyme in Connecticut, USA, beobachtete Krankheit, die von Zecken übertragen und von Bakterien verursacht wird. Die schraubenförmigen Erreger sind Borrelien, in Europa können vier verschiedene Spezies des sog. Borrelia-burgdorferi-sensu-lato – (Bbsl) – Komplexes eine LB auslösen. Die LB ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland, die Zahl der Erkrankungen wird auf 60 000 bis 100 000 pro Jahr geschätzt. Die Infektion betrifft die Haut, die Gelenke, das Herz und das Nervensystem, sie ist in der Regel mit Antibiotika gut zu behandeln.
Verbreitung
Die LB kommt nur in den gemässigten Breiten der nördlichen Welthalbkugel vor. Genaue Zahlen zur Häufigkeit in Europa fehlen, da meist keine Meldepflicht besteht. Auch in Deutschland ist die LB nach dem Infektionsschutzgesetz keine meldepflichtige Krankheit, nur in den neuen Bundesländer werden die Erkrankungsfälle aufgrund länderspezifischer Regelungen systematisch erfasst. Es wird geschätzt, dass in Europa jährlich zwischen 16 und 140 Einwohner neu an LB erkranken. Besonders hoch scheint die Rate in Slowenien, Österreich und Schweden zu liegen, während in Großbritannien nur etwa 600 Fälle pro Jahr beobachtet werden.
Überträger der LB in Europa ist vermutlich fast ausschließlich die Schildzecke Ixodes ricinus, auch gemeiner Holzbock genannt. 10 bis 20 % der Zecken sind mit Borrelien infiziert, eine Übertragung auf den Menschen nach einem Biss erfolgt aber nur in 1,5 bis 6 % der Fälle und eine Erkrankung an LB nur in 0,3 bis 1,4 %. Die meisten Neuerkrankungen treten entsprechend der Aktivität der Zecken von März bis Oktober mit einem Maximum im Sommer von Juni bis August auf.
Erreger
Die Erreger der LB wurden 1982 von dem amerikanischen Arzt Willy Burgdorfer entdeckt. Ebenso wie bei den Erregern des Rückfallfiebers handelt es sich um Borrelien, schraubenförmige, gramnegative Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten, zu den auch das Treponema pallidum, der Erreger der Syphilis gehört. 1984 erhielten sie die Bezeichnung Borrelia burgdorferi. Anfangs wurde vermutet, dass alle B. burgdorferi identisch seien, mittlerweile sind jedoch zwölf verschiedene Spezies identifiziert wurden. Man fasst sie zusammen zum B. burgdorferi – Komplex „im weiteren Sinne“: Borrelia burgdorferi sensu lato – (Bbsl) – Komplex . Zum Bbsl – Komplex gehören vier pathogene (krankmachende) Spezies: Borrelia burgdorferi sensu stricto („im engeren Sinne“), Borrelia (B.) garinii, Borrelia (B.) afzelii und B. spielmanii. Alle diese vier Arten kommen in Europa vor, in Nordamerika wird nur B. burgdorferi sensu stricto festgestellt. B. afzellii verursacht häufig Hautinfektionen, alle vier Arten befallen das Nervensystem, am häufigsten jedoch B. garinii. Die borrelientragenden Zecken haben ein großes Wirtsspektrum, sie befallen eine Vielzahl von Säugetieren und Vögeln, die Zecke ihrerseits infiziert sich vermutlich überwiegend durch Mäuse.
Übertragung
Die Erreger der LB leben im Darm der Zecke. Die Infektion des Menschen erfolgt während dessen die Zecke Blut saugt. Dieses Risiko steigt mit der Dauer des Saugaktes an. Je früher die Zecke entfernt wird, um so geringer ist das Infektionsrisiko für den betroffenen Menschen. Auch eine möglichst schonende Zeckenentfernung vermeidet den Übergang der Borrelien von der Zecke auf den Menschen.
Symptome
Die LB kann bei jedem Patienten unterschiedlich verlaufen, es kann zu einer jeweils unterschiedlichen Kombination der bekannten Symptome kommen. Man unterscheidet drei Stadien der Krankheit, wobei das Stadium I und II zu den Frühstadien und das Stadium III zum Spätstadium der Erkrankung gezählt werden.
Stadium I : frühe Reaktion auf die Infektion der Haut
Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss (der oft gar nicht bemerkt wurde) bildet sich bei 80 % der Erkrankten ein Hautausschlag, der Erythema migrans, die Wanderröte genannt wird. Üblicherweise besteht er nur aus einem roten Fleck, der manchmal auch etwas erhaben sein kann. Er bildet sich in der Regel an der Stelle, an der auch die Zecke sich festgebissen hatte. Der Fleck wird langsam größer, der Durchmesser variiert zwischen zwei und dreißig Zentimetern. Der Ausschlag schmerzt nicht und juckt nicht, wenn er sich auf dem Rücken des Patienten ausbreitet, bleibt er vielleicht sogar unbemerkt. Auch ohne Behandlung verschwindet er nach drei bis vier Wochen spurlos. Auch andere Insektenstiche hinterlassen rote Flecken – das Erythema migrans unterscheidet sich von diesen Flecken dadurch, dass es sich langsam und stetig nach außen hin kreisförmig vergrößert, während die Mitte oft zunehmend blasser wird.
Die Hälfte aller Patienten weist darüber hinaus Symptome wie bei einem grippalen Infekt auf: Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Glieder- und Kopfschmerzen, Fieber und manchmal sogar leichte Nackensteifigkeit. Auch diese Beschwerden klingen spontan nach einigen Tagen wieder ab.Bei ungefähr der Hälfte alle Patienten heilt die Krankheit spontan im Stadium I aus – bei der anderen Hälfte schreitet sie zum Stadium II fort, wenn keine Behandlung erfolgt.
Stadium II: frühe Generalisation
Das zweite Stadium der LB tritt Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss auf. Haut, Herz, Nerven und Gehirn sind in unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlicher Kombination betroffen.
Am häufigsten treten Entzündungen einer oder mehrerer Nervenwurzeln samt der sie umgebenden Hirnhäute auf, dies äußert sich anfangs in brennenden Schmerzen und anschließenden Lähmungen (häufig im Bereich des Gesichtes), seltener durch Empfindungsstörungen. Nach ihrem Erstbeschreiber, dem Münchener Neurologen Alfred Bannwarth, wird diese Art des Befalls des Nervensystems (sog akute Neuroborreliose, Meningopolyneuritis) auch Bannwarthsyndrom genannt. Es kann auch zu einer isolierten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder der Gehirnhäute (Meningitis) oder einer Kombination beider Erkrankungen (Menigoencephalitis) kommen.
Die (seltene) Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) äußert sich durch Herzrhythmusstörungen, Luftnot, Brustschmerzen und Leistungsabfall.
Auch Hautausschläge können wieder auftreten. Sie ähneln denen im Stadium I, sind aber meist nicht mehr rund um den Zeckenbiss gruppiert, sondern treten an anderen Stellen des Körpers auf und sind im Durchmesser kleiner.
Ganz selten entstehen kleine blaurote Knötchen am Ohrläppchen, an der Brustwarze oder am Hodensack, wegen der Anhäufung von Lymphozyten werden diese Tumore Borellien-Lymphozytome genannt.
Stadium III: chronische Borelliose
Monate und Jahre nach der Erstinfektion treten Gelenkentzündungen auf, manchmal ohne irgendwelche vorangehenden Erkrankungen und ohne dass der Patient sich (noch) an einen Zeckenbiss erinnern kann. Die Lyme-Arthritis betrifft in erster Linie die Kniegelenke aber auch alle anderen Gelenke können einzeln oder in Kombination befallen sein. Auch die Stärke der Entzündung variiert von milden Gelenkbeschwerden bis hin zu massiven Schmerzen, Schwellungen und Funktionsausfällen.
Die bisweilen zu beobachtende Hautveränderung im dritten Stadium der LB, die Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA), wurde nach dem deutschen Dermatologen Karl Herxheimer benannt. Sie zeichnet sich durch ein anfängliches infiltratives Stadium mit Schwellung und bläulicher Verfärbung und einer anschließenden Atrophie mit zigarettenpapierartiger Verdünnung der Haut, Verlust der Haare und plastisch durchscheinenden Blutgefässen aus. Betroffen sind vor allem die Vorderseiten der Beine, oft auch die Finger und Zehen (die Akren).
Die ACA ist fast immer mit einer Schädigung der Nerven an den betroffenen Armen oder Beinen verbunden, was sich in Schmerzen oder Taubheit äußert.
Eine sehr seltene Erscheinungsform des dritten Stadiums ist eine Entzündung des Gehirns und Rückenmarks (Encephalomyelitis) mit Halbseitenlähmungen (Hemiparese) oder Lähmungen aller vier Extremitäten (Tetraparese).
Diagnose
Die Diagnose der LB erfolgt durch die Symptome und die Untersuchung des Patienten, Laboruntersuchungen auf Antikörper gegen die Borrelien stützen die Verdachtsdiagnose. Eine LB kann niemals allein anhand eines Bluttests diagnostiziert werden: Im Stadium I sind bei annähernd 50 % der Patienten noch keine Antikörper nachweisbar – die Behandlung muss alleine aufgrund des klinischen Verdachts begonnen werden. Anderseits haben bis zu 30 % der Waldarbeiter Antikörper gegen Borellien im Blut, die große Mehrzahl von ihnen kann jedoch von keiner Erkrankung berichten. Auch nach einer ausgeheilten Erkrankung und nach einer Infektion, die nicht zur Erkrankung führte, bleiben Antikörper jahrelang nachweisbar.
Der Antikörpernachweis erfolgt zunächst als ELISA ( Enzyme Linked Immunosorbent Assay) im Blut oder Liquor. Erst wenn dieser Test positiv ausfällt, folgt der bestätigende Immunoblot (syn. Western Blot). Bei Verdacht auf Neuroborreliose sollte immer Liquor und Blut zugleich untersucht werden – eine Infektion des ZNS kann nur dann angenommen werden, wenn der Antikörperspiegel im Liquor höher als im Blut liegt.
Therapie
Am erfolgreichsten scheint eine Therapie in der Frühphase mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline zu sein, z. B. mit Doxycyclin. In der Schwangerschaft und bei Kindern sind diese Antibiotika kontraindiziert, stattdessen gibt man hier z. B. Amoxicillin. Auch Azithromycin und Cefuroxim kommen in Frage. Vor allem bei Neuroborreliose werden Cephalosporine der dritten Generation intravenös verabreicht. Die Therapiedauer reicht von zwei Wochen in der Frühphase bis zu vier (machmal bis zu acht) Wochen in späten Stadien.
Es gelingt fast immer, vor allem in Frühstadien, den Erreger zu beseitigen. Aufgrund der bisher vorliegenden Studienergebnisse ergibt sich kein Anhaltspunkt für wiederkehrende LB-Infektionen, so dass auch wiederholte antibiotische Therapien nicht sinnvoll sind. Auch antibiotische Hochdosistherapien, wie sie bisweilen im Internet empfohlen werden, machen wenig Sinn. Das gleiche gilt für Behandlungen, die weit über den o.g. Zeitraum hinausgehen.
Nach der Behandlung einer LB klagen einige Patienten über Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Einbußen im Bereich von Konzentration und Merkfähigkeit. Doppelblind-Studien zu diesem auch „Post-Lyme-Syndrom“ genannten Krankheitsbild zeigten identische Erfolge für die Behandlung mit Placebo oder mit hochdosierten, intravenös verabreichten Antibiotika. Aus diesem Grund sollten Patienten mit fortbestehenden Beschwerden nach einer korrekt behandelten LB nur symptomatisch und nicht antibiotisch behandelt werden, um weiteren Schaden zu vermeiden.
Eine vorbeugende Behandlung nach Zeckenbiss wird nicht empfohlen, auch zufällig nachgewiesene Antikörper gegen pathogene Borrelien ohne Beschwerden rechtfertigen keine Therapie.
Vorbeugung
Insektenabweisende Mittel (Repellents) helfen auch gegen Zecken, allerdings verfliegt die Wirkung nach zwei Stunden. Beim Aufenthalt in Risikogebieten können langärmelige Hemden und lange Hosen, die womöglich noch in die Socken gesteckt werden einen Schutz ergeben. Zecken sitzen nicht auf Bäumen, wie vielfach vermutet wird, sondern im Gras oder niedrigem Gebüsch. Dort warten sie darauf, dass ihr Wirt sie abstreift. Nach dem Verlassen einer mit Zecken verseuchten Gegend sollte der Körper gründlich abgesucht werden, um die Parasiten möglichst rasch und schonend zu entfernen. Eine Borrelioseninfektion ist unwahrscheinlich, wenn die Zecke lediglich acht, nach anderen Quellen weniger als 24 Stunden Zeit zum Saugen hatte.
Ein Impfstoff stand in den USA zur Verfügung, er wird aus kommerziellen Gründen nicht mehr hergestellt. In Europa ist es weitaus schwieriger, einen Impfstoff gegen Borrelien herzustellen, weil hier mehrere pathogene Spezies vorkommen, die sich stark in ihren Oberflächeneigenschaften unterscheiden.
Korrekte Zeckenentfernung: Tipps vom Max von Pettenkofer-Institut in München


Hallo,
die Informationen auf dieser Seite sind hervorragend – Respekt und vielen Dank für die Mühe!
Ich habe eine Frage: Meine Tochter ist drei Jahre alt. Sie hatte Mitte Oktober einen Zeckenbiss am Arm. Die Zecke war noch sehr klein, kann aber knapp 6 Stunden am Arm gewesen sein, wir haben sie erst am Abend entdeckt.
Vier Wochen später hat sich ein roter Ring, wie mit dem Lippenstift gezogen, um ihr linkes Ohr gebildet, der langsam immer größer wird. Ein Bluttest auf Borellien fiel negativ aus. Vielleicht war die Zeit seit einer Infektion zu kurz. Nun will die Kinderärztin Anfang Januar einen weitern Bluttest machen, um dann eventuelle Antikörper nachzuweisen.
Auch wir wollen ungern eine Antibiotikum-Therapie mit unserer Tochter machen, wenn gar nicht klar ist, was wirklich los ist. Aber wir machen uns auch Sorgen, was passiert, wenn tatsächlich eine Borelliose vorliegt und ob in diesem Fall bis Januar das noch harmlose Angangsstadium bereits in Phase II übergehen kann, mit Lähmungserscheingen usw. Da scheint es sinnvoller, die Erreger jetzt zu bekämpfen, wo sie sich noch nicht so im Körper verbreitet haben.
Kann die Wanderröte denn auch andere Ursachen haben, so dass das Warten auf einen neuen Test Sinn macht?
Wozu raten Sie? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
Herzliche Grü0e,
Heike Simolka
Ich freue mich, dass Ihnen mein Blog gefällt!
Eine Diagnose ohne Untersuchung ist immer schwer und unsicher, ich habe dies in einer Email an Sie noch einmal näher erläutert.
Günter Schütte
Sehr geehrter Herr Schütte
Eine Frage an Sie, reicht ein Borrelien Suchtest ELISA-IgG aus um eine Borrelienkrankheit auszuschliessen? Ein Arzt in der Schweiz sagte mir dieser eine Test mit 3 U/ml zeige dass ich nie mit Borrelien in Kontakt war. Hatte vor 2 1/2 Jahren 4 Zeckenbisse miteinander auch mit diesen roten Kränzen um den Stich an drei Stichen an den Beinen. Hatte nie eine Behandlung bekommen weil ich mit Uebergewicht kämpfe und wenn ich mein Idealgewicht habe wieder gesund bin gemäss dieser Aerzte. Also können Uebergewichtige gar keine Borrelienkrankheit bekommen? Habe seit den Zeckenstichen grosse gesundheitliche Probleme, unter anderem Gelenkschmerzen, Lähmungen in den Beinen am Kopf wo der eine Zeckenstich war Gefühllosigkeit, Sehschwäche, roter Ohrkranz dass schmerzt das immer wieder kommt und geht, auch bei den Zehen diese Symptome, und starke Rückenschmerzen so dass ich kaum mehr gehen kann. Mir wurden meine Schmerzmittel und Blutdruckmittel entzogen da ich keine Borrelien habe und sei gesund so die Begründung. Jetz stehe ich da ohne Medi ohne weitere Behandlung, Gesund und doch mit diesen Schmerzen vielleicht können Sie mir weiterhelfen ich wollte ja diese Zeckenstiche nicht!
Mit freundlichen Grüssen
Silv
Liebe Frau Bader,
die Diagnose einer Borelliose beruht in erster Linie auf der Erhebung der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung. Per Internet kann ich also die Diagnose in Ihrem Fall weder bestätigen noch ausschließen!
Der zweite Schritt ist die Blutuntersuchung. In der Tat ist der ELISA-IgG und IgM-Test der erste Suchtest. Wenn dieser positiv ist, dann sind noch weitere Labor-Untersuchungen zur Abklärung empfehlenswert. Vor allem im Frühstadium der Erkrankung kann der ELISA-Test negativ ausfallen obwohl eine Infektion mit Borrelien vorliegt. In diesen Fällen kommt es auf die Beurteilung des behandelnden Arztes an, ob aufgrund der vorliegenden Symptome und der objektiven Anzeichen eine Behandlung angezeigt ist.
Viele Gelenk- und Rückenbeschwerden als auch hoher Blutdruck lassen sich bei starkem Übergewicht oft durch eine Gewichtsreduktion bessern. Gleichwohl müssen wir natürlich Schmerzen und Bluthochdruck auch bei einem übergewichtigen Patienten entsprechend behandeln.
Sprechen Sie doch bitte noch einmal mit Ihrem behandelnden Arzt. Bestimmt liegen eine Reihe von Missverständnissen vor. Wenn das nichts hilft, würde ich Ihnen empfehlen, eine zweite Meinung bei einem anderen Arzt einzuholen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Auskunft dienen. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!
Günter Schütte
Sehr geehrter Herr Schütte
Ich war vorher nicht Uebergewichtig erst seit ich diese Schmerzen habe, weil ich mich nicht mehr so bewegen kann.
Der behandelnde Arzt machte nur den IgG-Test den IgM und andere Blutuntersuchungen nicht, und schliesst anhand des IgG-Tests eine Borreliose aus.
Das verunsichert mich weil mir gesagt wurde es müssten verschiedene Tests durchgeführt werden und auch die ganze Krankengeschichte angehöhrt werden. Da ich auf das Gewicht reduziert werde habe ich meine ganzen Beschwerden vom Uebergewicht, muss nochmal betonen war vorher nicht Uebergewichtig und habe trotzdem diese Schmerzen bekommen nach den Zeckenstichen.
Mit freundlichem Gruss
Silv
Liebe Frau Bader,
haben Sie Ihrem behandelnden Arzt Ihre Bedenken schon mitgeteilt? Haben Sie das so geschildert, wie Sie es hier aufgeschrieben haben?
Wenn ja, wie hat er reagiert?
Günter Schütte
Sehr geehrter Herr Schütte
bei meinem früheren Hausarzt bei dem ich schon ein paar Jahre war hat mich Sept. 07 in die Fitnesstherapie angemeldet mit der Begründung Zeckenstiche machen keine Schäden. Ich machte diese Therapie ohne jeglichen Erfolg und noch viel schlimmere Schmerzen, er verschrieb mir Schmeztabletten die mir keine Linderung brachten, nach drei mal sagen schnautzte er mich an und ich getraute nichts mehr zu sagen. Nach über 1 Jahr Therapie und keine Besserung brach ich die Behandlung ab und suchte einen neuen Arzt, beim neuen Arzt war die Behandlung nach 10 Min. fertig mit der Begründung wenn ich 65Kg sei dann wäre ich wieder gesund die Behandlung sei fertig ich müsse nicht mehr kommen. In der Zwischen zeit habe ich bei einem Andern mein Blut untersuchen lassen es hat einige erhöhte Werte gegeben so der IgM-Test mit 17 ! U/ml und dem Zusatzkommentar: Ad Western Blot: Reaktion gegen OspC in der IgM-Antikörper-Klasse vereinbar mit einem kurzandauernden Kontakt mit Borrelia burgdorfero (kürzliche Infektion bzw. Seronarbe möglich). Beim 2. Test nach 3 Monaten sagte dieser Arzt er habe alle Tests gemacht, aber ich stellte selber fest dass er nur IgG-Test machen liess und mir die alten Testergebnisse die er vor 3 Monaten gemacht hatte in die Hände drückte, also keine weiteren Bluttest auch kein IgM-Test machte. Sein Befund: Ich hätte Gicht an den Zehen, Fingergelenk eine Art Poliartritis vererbbar, an der Ohrmuschel Eckzem, an der Ferse Sehnenentzündung. Als ich dies am andern Tag von Ihm schriftlich bestätigt haben wollte und Tel. danach verlangte weigerte er sich dies zu machen es käme viel zu Teuer und wurde immer lauter und sagte immer wieder er mache dies nicht auch noch. Dann zog ich ein Hautspezi zu der sagte am Ohr ich hätte Schuppenflechten und an meinen Augen sehe er mir an ich hätte Schilddrüsenunterfunktion. Nun blieb mir nichts anderes übrig und ich suchte nochmals einen anderen Arzt auf der liess nochmals das Blut untersuchen. Das Resultat: Kein Befund Rheuma, Gicht, Schildrüsenunterfunktion keine Sehnenentzündung! Erhöhter Blutdruck habe ich bekommen nachdem ich bei den Rippenschanieren eine Entzündung hatte, diese Entzündung kommt und geht ich kenne den Grund nicht ich weiss nur dass es sehr Schmerzhaft ist, und der Arzt mir nicht sagen konnte von wo das kommt. Auch so ein beklemmendes Gefühl in der Brust so wie Atemnot ich kann es schlecht beschreiben wird von den Aerzten nicht eingegangen, auch dies kommt und geht. Die Sehstärke hat rapide abgenommen und Zeitweise sehe ich alles verschwommen und die Augen tränen und habe wie ein stechender Schmerz, wie wenn man eine Nadel hineinstechen würde auch dies kommt und geht. Mein Gedächtnis hat auch abgenommen ich kann die einfachsten Wörter plötzlich nicht mehr finden die mir vorher geläufig waren und dies im Alter von erst 57 Jahren, finde mich zu Jung für dieses Altersgebrechen. Wenn ich nür wüsste was dies ist? Diese Probleme habe ich erst seit den 4 Zeckenbissen. Habe keine finanziellen Mittel um diese Krankheitskosten selber zu bezahlen habe Krankenkasse und die übernimmt keine Ueberseekosten sonst wäre ich schon lange im Ausland für Abklährungen wissen Sie wie ich meine. Vielleicht verstehen Sie jetzt meine Verunsicherung habe auch Angst wieder einen neuen Arzt aufzusuchen weil ich das Vertrauen verloren habe, war auch nie zu faul um zu Arbeiten aber ich kann so nicht mehr obwohl ich möchte es geht nicht. Es ist für mich auch sehr anstrengend Termine einzuhalten weil ich kurzfristig sehen muss wie es geht. Vielleicht verstehen Sie mich jetzt besser und warum ich bei Ihnen in Deutschland um Hilfe suche. Sorry dass es so viel ist es häuft sich halt an.
Mit freundlichen Grüssen
Silv
Sehr geehrter Herr Schütte
Was bin ich Ihnen schuldig für eine Antwort?
Genau darum weil alle so reagieren bin ich immer gleich weit, wie soll man so Vertrauen aufbauen. Danke auch Ihnen vielmal
Gruss
Silv
Liebe Frau Bader,
ich bin ganz sicher, dass Sie ärztliche Hilfe benötigen. Und ich bin ganz sicher, dass ich Ihnen diese Hilfe nicht per Internet zukommen lassen kann.
Der Mensch und seine Krankheiten, das bedeutet mehr als die Summe von Krankheitsvorgeschichte und Labordaten. Der Arzt muss einen Patienten persönlich sehen, ihn persönlich untersuchen und ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufbauen, damit Diagnose und Therapie Sinn machen und zum Erfolg führen.
Ich bin ganz sicher, dass Sie auch in der Schweiz einen verständnisvollen und verständigen Arzt finden werden und möchte Sie ermuntern, die Hoffnung nicht aufzugeben, einen solchen dort zu finden.
Geben Sie sich einen Ruck und machen Sie einen erneuten Versuch! Berichten Sie doch bitte, was aus Ihnen geworden ist!
Liebe Grüße,
Günter Schütte
Sg Hr Dr Sch.,
vielleicht können Sie der geschundenen Fr B. einige links zukommen lassen:
http://www.borreliose.ch/
http://www.symptome.ch/vbboard/borreliose/
Ich wünsche Ihnen, Fr. B. alles Gute!
Ich darf Ihnen zu dieser informativen Darstellung gratulieren.
Für mich gibt es ein ungelöstes diagnostisches Problem: Patienten mit untypischen Symptomen (zB diff. Gliederschmerzen, Konzentrationsstörungen, Krankheitsgefühl, etc.), die nach einer umfassenden Durchuntersuchung ausschliesslich IgG gegen Borrelien haben.
a. Können Sie Tipps zur weiteren Differenzierung zwischen Immungedächtnis zu chronischer Borreliose angeben. Ich sehe hier eine diagnostische Lücke.
b. Wie gehen Sie mit solchen Pat. um?
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Deimel
Sehr geehrter Herr Kollege Deimel,
es freut mich, dass Ihnen mein Beitrag gefallen hat.
Hilfe zum angesprochenen Thema finden sie, was die diagnostischen Verfahren angeht, auf den Seiten des Nationalen Referenzzentrums Borrelien: http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/nrz_borrelien/lyme_diagnostik.htm#befunde.
Eine aktuelle Übersicht zum Stand der Borrelioseforschung finden Sie hier: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=borreliose&id=63176. Insbesondere diskutiert ein Absatz der Veröffentlichung das Problem, das Sie angesprochen haben:
„Chronische unspezifische Beschwerden im Zusammenhang mit einer positiven Borrelienserologie“
Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben!
Hallochen,
Seit 2008 weiß ich das ich Borreliose habe. Vor 5 Wochen wurde eine Neuroborreliose draus. Jetzt sind meine Kinder (Zwillinge 7 und der große 9 ) durch die Schwangerschaft auch mit Borreliose angesteckt worden. 2 Elisa Tests bei dem gleichen Kind sagten die Werte seien negativ und beim dritten positiv da aber leider schon Stadium 3.
Ist es in solchen Fällen nicht besser gleich den Western blod test zu machen? und müssen meine Kinder im Stadium 3 soviele Antibiotika nehmen? Wann weiß man bei Kindern es ist vorbei? Welcher Test hilft?
Zur Zeit bin ich nur wütend das so wenig Aufklärung der Ärtze stattfindet.
Für einen Rat wäre ich trotzdem Dankbar
Bis bald Nicole Heise
Liebe Nicole Heise,
die ärztliche Diagnose einer Borreliose stützt sich zunächst darauf, dass der Arzt die Vorgeschichte seines Patienten erfragt. Anschließend wird der Patient gründlich untersucht.
Erst dann, also an dritter Stelle der Unersuchung, folgen Bluttests und andere technische Verfahren, soweit erforderlich.
(Bluttests alleine sind in keinem Fall ausreichend: Weder kann die Diagnose „Borreliose“ damit gestellt noch kann sie damit ausgeschlossen werden!)
Ich kann wohl im Internet allgemeine Informationen zu einer Krankheit geben, ich kann auch Fragen zu einem Krankheitsbild beantworten.
Verständlicherweise kann ich aber die Vorgeschichte auf diesem Weg nicht erheben und ich kann Sie auch nicht durchs Internet untersuchen.
Deswegen kann ich Ihnen in Ihrem Fall auch leider nicht weiter helfen. Ich möchte Sie bitten, suchen Sie sich einen Arzt Ihres Vertrauens in Ihrer Nähe.
Es gibt mit Sicherheit jemanden, der ausreichend Zeit auch für eine umfassende Aufklärung aufbringt.
Hier finden Sie die Ansprechpartner bei den Ärztekammern und die Verzeichnisse im Internet, die Ihnen bei der Suche nach einem Arzt an Ihrem Wohnort weiterhelfen können.
[...] die Blogs der Kollegen verweisen, insbesondere auf Günther Schütte, welcher sich mit dem Thema Borreliose schon vor zwei Jahren sehr ausführlich beschäftigt hat. Auch der Kinderdoc hat das Thema ab und [...]
Hallo Hr. Schütte,
die Vermuttung das sich Borreliose durch die Schwangerschaft auf die Kinder übertragen hat, hat sich bestättigt. Ja ich weiß ich soll mich an den behandelnen Arzt wenden. Nur die Ärzte kennen sich nicht aus damit. Also 2 meiner Kinder haben nach dem Test Neuroborreliose ( auch vom Arzt diagnostiziert. Mein 3. Kindes (2 Jahre) älter, hat die gleichen Symtome, aber die Tests waren neg. Nun meine Frage:Testet der W-Blot-Test alle Banden ab (also 100%) oder gibt es noch einen anderen Test?
Für Ihre hife wäre ich sehr dankbar. Mitlerweile hat er schon Eisenmangel und Blutunterzucker, seit über 6 Monaten erhöhte Thrombozyten und hat manchmal schwierigkeiten beim Laufen.
Mit freundilchen Grüßen
Nicole Heise
Liebe Nicole Heise,
als Arzt bin ich an die Berufsordnung der Ärztekammer gebunden. In meinem Fall ist das die Ärztekammer Niedersachsen (die Adresse und weiterführende Links finden Sie im Impressum).
Nach dieser Berufsordnung ist mir und allen Ärzten eine individuelle Beratung im Internet untersagt.
Es heißt in der Berufsordnung der Ärztekammer Niedersachsen unter § 7:
„(3) Der Arzt darf individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, weder
ausschließlich brieflich noch in Zeitungen oder Zeitschriften noch ausschließlich
über Kommunikationsmedien oder Computerkommunikationsnetze durchführen.“
Ziemlich eindeutig die Bestimmung, finden Sie nicht?
Ein Verstoß gegen die Berufsordnung zieht Sanktionen nach sich, im schlimmsten Fall wird die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs, die sogenannte Approbation entzogen.
Ich muss Sie daher in dieser Frage an den behandelnden Arzt verweisen. Ich bin ganz sicher, dass es ausreichend Ärzte gibt, die sich in der Materie gut auskennen und Ihnen und Ihren Kindern weiterhelfen können.
Auf jeden Fall kann Ihnen Ihr Hausarzt den Weg zu kompetenter spezieller Diagnostik und Therapie weisen, ich kann und darf dies hier leider nicht tun.
Viele liebe Grüsse
Günter Schütte
Das Zeckenbild ist keine Zecke der Gattung Ixodes ricinus sonder der Gattung Ixodes hexagonus (Weibchen)
Vielen Dank für den Hinweis, ich habe das Bild ausgetauscht, jetzt stimmt’s!