Medizinische Mythen sind weit verbreitet – nicht nur unter medizinischen Laien. Einige davon haben zwei amerikanische Ärzte im renommierten britischen Fachblatt British Medical Journal unter die Lupe genommen.
Acht Glas Wasser am Tag?
“Jeder Mensch muss eine bestimmte Menge Wasser am Tag trinken” – dieser Mythos ist weit verbreitet – aber völlig unbewiesen. Offensichtlich reicht die übliche Aufnahme von Flüssigkeit über die Nahrung, Milch, Kaffee, Tee und dergleichen völlig aus. Folgen Sie Ihrem Durst, irgend etwas anderes wurde nie bewiesen.
Nutzen wir nur 10 % unseres Gehirns?
Diese Meinung wird Albert Einstein zugeschrieben. Bewiesen wurde Sie nie.
Wachsen Haare und Nägel nach dem Tod weiter?
Nein, tun sie nicht! Allerdings kann es so scheinen, weil die Haut durch Austrocknung nach dem Tod schrumpfen kann und die Haare und Nägel dadurch länger scheinen, weil die Haut sich von ihnen zurück zieht.
Wachsen Haare schneller nach, wenn man sie rasiert?
Das hoffen männliche Teenager, wenn sie heimlich Papas Rasierapparat benutzen und befürchten weibliche, wenn sie ihre Beine rasieren. Aber auch dieser Mythos stimmt nicht – und die Haare werden auch nicht dunkler oder dicker.
Verdirbt Lesen im Dunkeln die Augen?
Auch dafür gibt es keinen Anhalt! Die Augen zeigen Anzeichen der Übermüdung – Brennen und Schwierigkeiten bei der Nahanpassung (Akkomodation), die gehen aber nach kurzer Zeit wieder zurück. Tatsache aber ist: Menschen in akademischen Berufen sind häufiger kurzsichtig als die durchschnittliche Bevölkerung. Die Ursache hierfür ist unbekannt.
Macht Putenfleisch besonders müde?
Der Truthahn gehört bei vielen amerikanischen Familienfeiern obligat zum Festtagsmahl. Die gebratenen Vögel sind so riesig, dass amerikanische Backöfen größer sein müssen als europäische. Opulente Mahlzeiten machen nun mal müde, egal ob Truthahn- oder Schweinebraten, es kommt nur auf die Menge an.
Die Hypothese, dass Truthahnfleisch mehr Tryptophan enthalte als Rinder-, Hühner- oder Schweinefleisch ist widerlegt. Außerdem enthalten Käse, Milch und Schokolade weitaus mehr davon als jedes Fleisch.
(Tryptophan ist eine Aminosäure, die in hoher Dosis schlaffördernd und stimmungsaufhellend wirken kann.)
Schaden Handys im Krankenhaus?
Obwohl die Autoren auch hier von einem medizinischen Mythos sprechen, zeigen ihre eigenen Zahlen doch ein etwas anderes Bild.
Die Mayo Clinic, eine amerikanische gemeinnützige Krankenhausorganisation, führte 2005 einige hundert Versuche mit verschiedenen medizinischen Geräten und verschiedenen Mobiltelefonen durch. Immerhin: In 1,2 % der Fälle ergaben sich klinisch bedeutsame Störungen durch den Gebrauch der Handys im Krankenzimmer. Der Gebrauch von Handys im Krankenhaus ist also zu rund 99 % sicher. Europäische Studien zeigten zudem: Ist der Abstand vom Handy zum Medizingerät größer als einen Meter, ist eine Störung fast ausgeschlossen.


[...] Medizinische Mythen – Teil I « Nachrichten vom anderen Ende der Medizin [...]
[...] beeinflussen und Leute tot umfallen lassen. Was ich mir aber schon lange gedacht habe und hier auch (zumindest zu 99%) Bestätigung findet, ist wohl eher die ganze Wahrheit. Also… Handy [...]