Vitamine sind (immer) gesund
Vitamine sind essentielle Nahrungsbestandteile. Essentiell heißt: Mensch (oder Tier) können diese Stoffe nicht selber produzieren, sondern sie müssen sie mit der Nahrung aufnehmen. Fehlt das Vitamin in der Nahrung, entsteht eine Vitaminmangelkrankheit.
Captain Cook besiegt den Skorbut
Am bekanntesten ist der Skorbut – den Seeleuten fielen die Zähne aus, wenn sie auf den langen Schiffsreisen der beginnenden Neuzeit kein frisches Obst oder Gemüse erhielten. Erst Captain James Cook besiegte den Scorbut mit Sauerkraut, reich an Vitamin C.
Heute steht in jedem Supermarkt ein Ständer, voll mit Multivitaminpräparaten. Vitamine werden dem Essen zugesetzt, man findet es im Müsli, in Bonbons und sogar in Fruchtsäften. Ist diese zusätzliche Zufuhr von Vitaminen gesund? Vermutlich nicht, das sagen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre.
Vitamine können Krebs erregen und das Leben verkürzen
In vielen Studien erregten zusätzlich eingenommene Vitamine Krebs und verkürzten das Leben. Nachgewiesen wurden diese negativen Effekte deutlich bei Vitamin A und E, etwas weniger deutlich für das Vitamin C.
Bei nachgewiesenem Vitaminmangel sind Vitamine in Tabletten oder Spritzen natürlich sehr hilfreich. Das Vitamin Folsäure, vor der Schwangerschaft eingenommen, verhindert Mißbildungen beim Neugeborenen, Vitamin D bewahrt den Säugling im sonnenarmen Norden vor der “englischen Krankheit” (Rachitis) und hilft seiner Großmutter bei der Behandlung ihrer Osteoporose.
Bisher existiert jedoch keine einzige solide wissenschaftliche Studie, die einen gesundheitsfördernden Effekt für zusätzlich eingenommene Vitamine und Selen bei Gesunden zeigt.
Es gibt aber sehr viele, sehr große und sehr überzeugende Studien, die den großen gesundheitsfördernden Effekt von frischem Obst und Gemüse nachweisen konnten.
Also: Obst und Gemüse sind gesund, Vitamine können schaden.
Quellen
Deutsches Ärzteblatt: Vitamin E erhöht Krebsrisiko bei Rauchern
Deutsches Ärzteblatt: Antioxidative Vitamine erhöhen Sterblichkeit
(Bilder: Copyright by Manwalk (Multivitaminpillen) und Gabisch (Obstkisten) auf Pixelio.de)


Dann wird es bald Obst und Gemüse ohne Vitamine geben
Ähmm, wahrscheinlich ist das auch nicht gesund, man weiß es nicht.
Was man aber weiß: Vitamine ohne Obst – das ist oft ungesund.
Es liegt vermutlich an den anderen Stoffen in Obst und Gemüse, die wir nur zum Teil entdeckt haben – den sogenannten “sekundären Pflanzenstoffen”- , deren Aufnahme zusammen mit den Vitaminen erforderlich ist, damit diese uns gut bekommen. Aber nichts genaues weiß man nicht.
Die von Ihnen gemeinten Studien, dass Vitamine schaden und das Leben verkürzen können – sind im übrigen nicht solide durchgeführt worden, wie z.B. bei der Antioxidanzien-Studie aus Kroatien – oder auch die finnische Studie, dass Beta-Carotin bei Rauchern schade.
Beide Studien weisen erhebliche Schwächen in der Statistik und in der Patientenauswahl aus – man kann diese also nicht als “solide” bezeichnen.
Im übrigen gibt es sehr viele randomisierte doppelblind durchgeführte Studien bezügl. des Nutzens von Vitaminen.
Nur leider tauchen sie in der allg. Fachpresse kaum auf.
Die findet man in der einschlägigen orthomolekularen Fachliteratur.
Meine Aussagen stützen sich in erster Linie auf eine Stellungnahme der Cochrane Collaboration, einer internationalen Organisation zur Förderung der wissenschaftlichen Medizin.
Grundlage dieser Stellungnahme war eine rechte Fleißarbeit: Die Autoren prüften 67 Studien weltweit mit insgesamt 232 500 Teilnehmern! Untersucht wurde in diesen Studien die Wirkung von Betakarotin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Selen sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen.
Bei diesen Prüfungen werden in der Regel Studie mit Mängeln in der Untersuchungsmethode nicht berücksichtigt.
Niemand ist in der Lage, eine solche Herkulesaufgabe selbst zu erledigen – mehrere Wissenschaftler sind damit Monate und Jahre beschäftigt – ich muss mich da auf die Aussage einer international renommierten wissenschaftlichen Organisation verlassen können.
Ich zitiere aus der Zusammenfassung der Cochrane Übersichtsstudie zu diesem Thema:
“Overall, the antioxidant supplements did not seem to reduce mortality. A total of 17880 of 136,023 participants (13.1%) randomised to antioxidant supplements and 10136 of 96527 participants (10.5%) randomised to placebo or no intervention died. In the analyses of the trials with low risk of bias, beta-carotene, vitamin A, and vitamin E significantly increased mortality.”
Ich versuche mal zu übersetzen:
“Insgesamt scheint die Zugabe von Antioxidantien die Sterblichkeit nicht zu reduzieren. Insgesamt starben 17880 von 136 023 Teilnehmern (13,1%), die der Zulage von Antioxidantien zufällig zugeteilt wurden und 10136 von 96527 Teilnehmern (10,5%), die zufällig der Placebogruppe oder der Gruppe mit gar keiner Intervention zugeteilt wurden. In der Analyse der Untersuchungen, die besonders sorgfältig (with low risk of bias = mit niedrigem Risiko der Verzerrung) durchgeführt wurden, steigerten Betakarotin, Vitamin A und Vitamin E signifikant die Sterblichkeit.”
Im weiteren wird in der Zusammenfassung noch einmal betont, daß weitere Untersuchungen nötig sind, insbesondere zur Rolle von Vitamin C und Selen – hier ist die Studienlage nicht ganz eindeutig.
Weiterhin stellt die Zusammenfassung klar, dass die Übersicht nichts aussagt über die Therapie bestimmter Erkrankungen mit Antioxidantien, auch nichts über die Zulage dieser Vitamine bei Patienten mit bestimmtem, aufgezeigten Bedarf. Und sie sagt auch nichts aus über die Rolle dieser Stoffe in Obst und Gemüse. Auf allen drei Feldern wird weitere Forschung für nötig gehalten.
Glückwunsch zur hervorragenden Seite!!! Ist sicher eine Menge Arbeit (die aber wohl Spass macht..
)
Hallo,
ich bin 48 Jahre alt und Arteriosklerose-Patientin. Habe etliche OP durch und bin irgendwann im Internet auf die Möglichkeiten der Biovitalstoffe gestoßen. Habe Vitamin C und andere Vitamine als Infusion erhalten und konnte nach ca. 10 Wochen fast so laufen, als ob ich gesund wäre. Also , ich hatte fast keine Beschwerden mehr. Nebenwirkungen habe ich keine bemerkt. Also, ich weiß nicht, von welchen seltsamen Studien hier und anderswo gesprochen wird, die alle das Gegenteil von dem was ich erlebt habe, als Resultat haben. Bin auch nicht sicher, ob es rechtens ist, solche falschen Informationen überhaupt zu veröffentlichen und bin jetzt gespannt, ob meine Info hier veröffentlicht wird.
Manuela