Gallensteine entstehen in der Gallenblase aus der Gallenflüssigkeit, die meisten bestehen zum größten Teil aus Cholesterin.
Gallensteine sind häufig: je nach Region sind zwischen 10 und 24 % aller Frauen und 4,9 bis 13,1 % aller Männer in Deutschland betroffen.
Nur jeder fünfte hat Beschwerden
Die meisten Gallensteine machen keine Beschwerden und müssen deswegen auch nicht behandelt werden.
Nur bei 20 bis 40 % der Gallensteinträger kommt es zu Koliken und Entzündungen.
Koliken und Entzündung
Koliken, das sind heftige Schmerzen im rechten Oberbauch, die kommen, stärker werden und wieder abflauen, vergleichbar dem Wehenschmerz bei der Geburt.
Entzündungen der Gallenblase äußern sich in Schüttelfrost und Fieber sowie einem Dauerschmerz unter dem rechten Rippenbogen, der beim Einatmen zunimmt.
Gallenkoliken werden zunächst mit Schmerzmitteln behandelt. Aber: Eine Kolik kommt selten allein. Fast die Hälfte aller Patienten bekommt nach der ersten Kolik eine zweite. Die Rate an Komplikationen (wie z.B. Gallenblasenvereiterung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Verschluss des Gallengangs mit Gelbsucht) steigt nach der ersten Kolik auf das 10fache an.
Nach der ersten Kolik: Operation
Deswegen wird allen Patienten nach der ersten Kolik zur Entfernung der Gallenblase geraten. Nur die Steine entfernen, macht wenig Sinn: Die Steine würden sich recht bald wieder bilden. Offensichtlich ist die spezielle Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit bei Gallensteinträgern verantwortlich für ihr Leiden; meist enthält sie zu viel Cholesterin, manchmal sind zu wenig Gallensäuren darin.
Ohne Beschwerden: Keine Operation
Keineswegs sollte die Gallenblase entfernt werden, nur weil bei einer Routineuntersuchung Steine gefunden wurden, die aber keine Beschwerden machen.
Die Gallenblase wird heute meistens (in über 90 %) durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt. Durch dieses Verfahren der „Schlüssellochchirurgie“ konnte die Zahl der Komplikationen zwar gesenkt werden, ganz ohne verläuft aber auch dieser Eingriff nicht. Der BQS – Qualitätsreport gibt für das Jahr 2007 eine Komplikationsrate von 2,5 % und eine Sterblichkeit von 0,3 % in deutschen Krankenhäusern an. Bei rund 160.000 Gallenblasenoperationen sind das immerhin rund 500 Tote!
Komplikationen sind Nachblutungen, Entzündungen und eine versehentliche Durchtrennung des Hauptgallengangs. Ganz selten kommt es auch zu Verletzungen innerer Organe wie der Leber.
In rund 2 % der Fälle kann die Gallenblase nicht, wie ursprünglich vorgesehen, durch Bauchspiegelung entfernt werden, meist weil sich durch Entzündungen Verklebungen mit anderen inneren Organen gebildet haben. Dann muss man während des gleichen Eingriffs den Eingriff erweitern und die Gallenblase durch Bauchschnitt entfernen.
Auch wenn man bedenkt, dass Komplikationen eher bei schwer Kranken auftreten, heißt dies doch: Eine Operation bei einem Patienten mit Gallensteinen ohne Beschwerden ist in der Regel nicht zu empfehlen.
Die Zahl der Gallenblasenoperationen ist in Deutschland von 1990 bis heute recht drastisch angestiegen: Von 80.000 auf 160.000 im Jahr. Dieser Anstieg kann nicht mit einer Zunahme der Gallensteine erklärt werden. Offensichtlich entschließt man sich heute leichter zur Operation als früher und wahrscheinlich auch oft zu leicht.
Normales Leben ohne Gallenblase
Wurde die Gallenblase durch Bauchspiegelung entfernt, kann der Patient in der Regel nach zwei bis drei Tagen das Krankenhaus verlassen, die Fäden entfernt der Hausarzt nach sieben bis zehn Tagen.
Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich, wenn die Gallenblase fehlt. Erstaunlicherweise merkt man nichts davon, wenn man keine Gallenblase mehr hat. Dieses Organ war wohl eher notwendig in den Zeiten, als wir noch ganze Mammuts auf einmal verspeisen mussten.
Nicht ganz so selten (die Angaben zur Häufigkeit schwanken zwischen 20 und 50 %) bestehen die Beschwerden nach der Operation weiter. Dafür gibt es, grob gesagt, zwei Erklärungen: Entweder war die Gallenblase nicht Ursache der Beschwerden oder es wurde ein Stein in einem Gallengang vergessen. Im ersten Fall heißt es: Die wahre Ursache der Beschwerden suchen, im zweiten Fall muss der quälende Stein aus dem Gallengang entfernt werden.
Quellen und weiterführende Links
ARD Mediathek: Prophylaktische Gallenblasen-OP, eine Sendung des SWR vom 4.12.08 (Video)
BQS-Qualitätsreport: Cholecystektomie
Darmzentrum Dachau: Erkrankungen der Gallenblase
Deutsches Ärzteblatt: Gallenblase und Appendix narbenlos entfernt
Bild: Gallenblase mit Gallensteinen, stammt von Wikimedia commons, Autor: Emmanuelm; Lizenz ist Creative Commons Attribution 3.0 Unported


Sag mal…ist das Bild da oben ein echtes Präparat??
Mir ist kotzübel….ohh Gott….
Physioblogger
Ja, ist echt. Reichlich Gallensteine, aber so sieht es wohl hin und wieder wirklich aus!
Wenn ich die Schei… lese bekomm ich nen Vogel!
Eine Operation zu empfehlen bei einer Gallenkolik.
Leider wissen die meisten Schulmediziener immer noch nicht daß Gallensteine nicht in der Galle sondern der Leber gebildet werden.
Ein Armutszeugnis unsrer Schulmedizin!
Ich hatte schon 3 Koliken und bin nicht operiert, ich habe eine Leber u. Gallenblasenreinigung nach Andreas Moritz gemacht und es waren 100 derte von Steinen die ich ausgeschieden habe!
Ich habe seither nie wieder eine Kolik gehabt und und viele andere Beschwerden sind so auch verschwunden!
Es hat immer eine Ursache wenn so etwas passiert, und die sollte behoben werden und nicht die Symptome!
Hallo zusammen!
Bei mir urde am 13.08.09 die Gallenblase mit mehreren Steinen entfernt und ich muß sagen das ich froh bin es gemacht zu haben. Bin seit über einem Jahr mit starken Koliken rumgelaufen, bis es echt nicht mehr ging. Meine Frage an euch: ich habe heute (17.08.09) kaum noch Shmerzen, habe wohl ein Leberurstbrot gegessen und habe danach wieder etwas Probleme gehabt, kann es sein das man trotzdem noch leichte Koliken haben kann?? Oder liegt es vielleicht daran das ich heute den ganzen Tag herumgelaufen bin? Kann einer von Euch erwas dazu sagen?